Biodiversitäts-Weg: Streuobstwiese

Standort Informationstafel: Stiftung Rotenbirben, ZüriwegExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.

Lebensraum

Eine Streuobstwiese ist eine Landschaftsform, in der Hochstammbäume verstreut auf einer Wiese wachsen und so die Lebensräume «Wald» und «Wiese» verbinden. Seit Jahrhunderten werden in diesen Breitengraden Hochstammobstbäume gepflanzt, wobei einzigartige lokale Sorten entstanden sind, die heute teilweise gefährdet sind. 

Als traditionelle landwirtschaftliche Nutzfläche dient die Streuobstwiese sowohl der Weidehaltung als auch der Ernte von Obst zur Selbstversorgung. Die Kombination aus Bäumen, Totholz und Laub sowie Gras und blühenden Blumen bietet zahlreichen Tieren und Insekten Nahrung, Verstecke und Nistplätze.

Pflanzen

Unter den locker verteilten Obstbäumen entwickelt sich eine vielfältige Wiesenvegetation, die stark von Licht, Boden und Nutzung geprägt wird. In sonnigen Bereichen dominieren blütenreiche Arten wie Wiesen-Salbei und Margerite, während halbschattige Stellen eher von Skabiose und Gundelrebe besiedelt werden. In trockeneren Zonen finden sich robuste Arten wie Schafgarbe und Johanniskraut, während feuchtere Mulden von Hahnenfuss und Sauerampfer geprägt sein können. Die Obstbäume beeinflussen die Vegetation zusätzlich: Sie schaffen wechselnde Lichtverhältnisse, sorgen durch Laubfall für nährstoffärmere Inseln und bieten Wurzeldruck, der konkurrenzschwache Arten begünstigt. So entsteht ein vielschichtiges Pflanzenmosaik, das die Streuobstwiese zu einem wertvollen Lebensraum macht.

Tiere

In der Streuobstwiese finden viele Tiere ideale Lebensbedingungen, Obstbäume, und eine blütenreiche Wiese bieten Nahrung, Verstecke und Brutplätze. Vögel wie der Grünspecht profitieren von den zahlreichen Insekten im Boden und den Höhlen alter Bäume. Säugetiere wie der Igel nutzen das hohe Gras und Laubhaufen als Schutzräume. Schmetterlinge wie der Schachbrettfalter finden reichlich Nektar an den Wiesenblumen, während Wildbienen wie die Mauerbiene offene Bodenstellen und Baumhöhlen zum Nisten nutzen. Zwischen den Gräsern leben Heuschrecken wie das Grüne Heupferd, und Wespenspinnen spannen ihre Netze zwischen den Halmen. Die Vielfalt an Strukturen macht die Streuobstwiese zu einem besonders wertvollen Lebensraum.

Zugehörige Objekte