Vorteile und Auswirkungen
Mit der Revitalisierung des Friedgrabens sollen die vielseitigen Ziele erreicht werden. Insgesamt wird eine wertvolle Steigerung der Biodiversität inklusive Vernetzung, die Verbesserung und Attraktivitätssteigerung der wichtigen Verbindung Dorf-Schachen, die Verringerung von Staunässe in den Landwirtschaftsflächen und eine Erreichung der Hochwasserschutzziele erwirkt werden.
Das Vorprojekt unterteilt die zu erwartende Vorteile in diverse Punkte:
- Hochwasserschutz
Die Aufweitung des Gerinnes wird zu einer Reduktion des Hochwasserrisikos beitragen. Durch die abgeflachten Böschungen wird zudem die Böschungsstabilität langfristig gewährleistet.
- Gewässerökologie
Es ist mit einer Aufwertung der gewässerökologischen Qualität auf der gesamten Strecke zu rechnen. Hierzu gehört die Steigerung der Lebensqualität aquatischer Artgruppen (wie Fische und Krebse), einer Ergänzung ihrer Lebensräume auch für weitere Arten wie Amphibien und Libellen, die Ausgestaltung eines Vernetzungskorridors für terrestrische Arten (Reptilien, Kleinsäuger, Fledermäuse und Vögel) und ein Raumgewinn für alle Arten. Der grosse Wert liegt darin, dass der Vernetzungskorridor auch innerhalb der Siedlung entsprechend ausgestaltet werden kann und bis zu den Naturschutzgebieten Ziegelweiher und Fildern reicht.
- Fischerei
Steigerung der Qualität des Lebensraums für die Bachforelle durch eine üppige Strukturierung des Gerinnes, die Ausgestaltung einer Niedrigwasserrinne und die erhöhte Beschattung durch Ufergehölze und Hochstaudenflur.
- Landwirtschaft
Die heute nach Niederschlägen teilweise eingestauten Flächen werden im Rahmen des Projekts optimiert, damit das Wasser künftig zeitnah abfliessen kann. Dies erhöht den Ertrag der bewirtschafteten Flächen. Mit dem, in den Böschungen, abgetragenen Erdreich können einzelne landwirtschaftliche Flächen gezielt aufgewertet werden.
- Bonstetter/innen
Für alle Nutzer/innen des Friedgrabenwegs entsteht neben der Aufwertung der Wegverbindung ein gesteigertes Naturerlebnis entlang des Friedgrabens. Die Sitzgelegenheiten sollen zum Verweilen einladen. An zentraler Stelle, beim heutigen Spiel und Begegnungsplatz, wird der Friedgraben für alle zugänglich gemacht, womit das Element Wasser für die spielenden Kindern erlebbar wird. Als separates Projekt wird auch die Spiel- und Begegnungsanlage aufgewertet und auf das Revitalisierungsprojekt Friedgraben abgestimmt. Die direkten Anwohner/innen kommen in den Genuss einer qualitativen Steigerung ihrer Nachbarschaft.
Für die Revitalisierung werden Flächen benötigt. Dies erfolgt einerseits durch Landerwerb und andererseits durch eine Einschränkung der Nutzung. In der Wohnzone resp. Wohn-/Gewerbezone sowie in der Erholungszone befinden sich diese Flächen ausschliesslich innerhalb der Gewässerabstandslinien von 1995 bzw. des Gewässerraums von 2022 und dementsprechend gelten heute schon Nutzungsbeschränkungen. Bei einer Landabtretung kann die Ausnützungsziffer auf die verbleibende Grundstücksfläche übertragen werden. Die Landwerte, der durch die Gemeinde zu erwerbende Grundstücksflächen werden auf Basis von aktuellen Schätzungen des kantonalen Immobilienamtes berechnet. Nach Vollendung des Projekts könnte wiederum die Gewässerabstandslinie aus dem kommunalen Zonenplan entfernt werden, was einer Lockerung der Bebauungsmöglichkeiten (ausserhalb des Gewässerraums) gegenüber heute gleich kommt.
Auch in der Landwirtschaftszone werden Flächen für das Projekt beansprucht. Hier muss im Zuge des Bauprojekts geprüft werden, inwiefern es sich um heute bereits extensiv genutzte Flächen handelt. Falls dies auch nachher der Fall wäre, so käme dies keiner expliziten Nutzungseinschränkung gleich.